LM in Dallgow 2026

Wir haben die Brandenburger Landesmeisterschaften im Ringen im Freistil bei uns ausgerichtet!

20 falkenseer Ringer und Ringerinnen konnten sich dieses Mal mit Heimvorteil beweisen.

30.05.2026 in Dallgow-Döberitz und die Sporthalle ist voll mit 164 Kindern, die alle heiß darauf sind, sich den Landesmeistertitel im Freistil zu erringen. Viele Ringer und Ringerinnen aus allen brandenburger Ringervereinen haben an diesem Samstag den weg auf sich genommen um in der U8, U10, U12, U12 weiblich und U14 den Titel zu erkämpfen.

Nach einer motivierenden Eröffnung durch Sven Richter, den Bürgermeister von Dallgow-Döberitz, Birgit Faber, den Vereinsvorstand des TSV Falkensee, Jörg Wartenberg vom Kreissportbund Havelland und Tino Gerloff, der Jugendreferent des Ringerverbands Brandenburg, durften die jungen Kämpfer und Kämpferinnen noch eine schöne Turneinlage durch das Showteam des TSV Falkensee erleben.

Keine 10 Minuten starte auch der erste Kampf des Turniers und das direkt mit einem TSV Ringer, Elias Teske. Angefeuert von seinen 20 Teamkameraden, tat er sein Bestes und hatte nur ein klein bisschen Pech, aber der Auftakt war gemacht.

So kämpften sich gefühlt in mindestens jedem siebten Kampf ein Ringer oder eine Ringerin unserer Falken durch das Turnier über sechs kräftezehrende Stunden hinweg. Sieg, Niederlage, Jubel, erstaunte Ohhs sowie Ahhs und natürlich auch Freudentränen und Schluchzer bei verlorenen Kämpfen gehörten zum Wettkampftag dazu. Egal wie der Kampf ausging wurde sich schnell was am Imbiss geschnappt und wieder zurück, um den nächsten Freund anzufeuern.

Während das Ringerfalkenstammteam hier schon routiniert in das Turnier gingen, hatten 6 unserer Jungfalken eines ihrer ersten Turniere, wenn nicht gar ihren ersten Kampf. So kämpften Vincent Vollbrecht, Anton Kroehnert, Daniel Dzhalmalutdinov, Charles Tschatschanidse, Jamie Wendland und Liam Koschnicke sehr aufgeregt in diesem Turnier.

In ihren ersten Kämpfen ließen sie sich alle natürlich noch überraschen und wurden überrumpelt, aber in den nächsten waren sie schon voll dabei. Einige von ihnen konnten sich hier und da schon ein paar Siege mitnehmen während andere weniger Glück hatten und oftmals knapp verloren. Aber, wie auch die Trainer schon sagten, für unsere Anfänger hieß es Erfahrung sammeln und das hat jeder reichlich.

Die mehr erfahreneren Ringerfalken dagegen schielten alle auf eine Medaille. Auch wenn manche es scheinbar schwerer hatten als andere, gab jeder sein Bestes und kämpfte sich unerbittlich durch.

So hatte Leonard Klein zum Beispiel eher ein leichteres Durchkommen bei seinen Gegnern. Jeden Kampf täuschte er an, sprang unter der Deckung der Kontrahenten in deren Beine und hob sie aus. Im anschließenden Bodenkampf drehte er alle oft auf den Rücken oder gewann nach Punkten. Diese werden im nächsten Training an der Beinabwehr schrauben. Den Landesmeistertitel für ihn.

Vereinskameraden Elias Teske und Maxim Schatz zum Beispiel hatten da eher ein schwereres Konkurrentenbild. Alle Kämpfe waren hart und beide mussten sich durchbeißen. Elias steigerte sich von anfangs verlorenen Kämpfen, zu kontrollierten, sicheren Angriffen und Siegen, während Maxim den Einstieg stark gewann und ihn dann in den letzten Kämpfen die Kraft verließ, sonst wären die auch noch drinnen gewesen. Elias belohnte sich mit Bronze, während Maxim knapp dran vorbeischrammte.

Paulina Freimund und Karl Heinz Rossi hatten dieses Mal ein bisschen Pech. Karl-Heinz gab den ersten Kampf nach seiner Führung leider noch ab und im zweiten traute er sich nicht so richtig. Hier werden wir ein bisschen daran arbeiten, das Ganze cooler herunterzuspielen. Platz 6 für ihn. Paulina dagegen setzte an, wo sie den letzten Wettkampf aufgehört hatte. Sieg 1 und 2 gingen ihr scheinbar leicht von der Hand, auch wenn es knappe Dinger waren. Dann jedoch hatte sie Pech und die Kampfweise des Gegners lag ihr einfach nicht. Hinzu kam, dass beim Rückkampf mit einem vorherigen Gegner, dieser wohl die ganze Kampfpause an seinen Fehlern gegen Paulina gearbeitet hatte und diese nun nicht mehr machte. So kann es gehen und sie verlor den Kampf um die Bronzemedaille bedauerlicherweise. Trotzdem sehr starke Jungs weg geboxt.

Ferdinand Freuer brachte die größte Überraschung im Turnier mit sich, denn seine lang geübten Beinangriffe zündeten endlich. Ohne Angst und ohne zu zögern, stürzte er sich auf die Beine seiner Gegner und punktete häufig, wurde aber auch manchmal gekontert. Trotz knappen Kämpfen rang er sich bis auf das Treppchen durch und musste sich nur einmal aus 4 Kämpfen geschlagen geben. Saubere Leistung und das mit Bronze belohnt.

 Paul Hagen hatte schon die Woche davor angekündigt, dass Gold auf dem Speiseplan stehen soll. Doch gleich zuerst stand auf der Matte ein Gegner, gegen den er schon zweimal zuvor verloren hatte. Man sollte dann meinen, dass Kinder vor solchen Begegnungen immer Angst haben, aber nicht Paul, er freute sich schon darauf. Und so stieg er auch in den Kampf ein. Ein paar blitzschnelle Beinangriffe und Bodentechniken und es stand 10 zu 0 für Paul. Sein Kontrahent war sichtlich verwirrt, was passiert war. In den zweiten Kampf ging Paul mit freudiger Erwartung. Und auch hier bewies er, dass er einfach der bessere Kämpfer ist. Abgeklärt auf Fehler wartend und dann schnappte er zu und das Ding war durch. Den Landesmeistertitel sichtlich verdient und den Stolz der Mannschaft sicher.

Charlotte Rossi und Mia Ehlert starteten zwar gut in ihre Kämpfe, hatten aber leider das Nachsehen. Charlotte fehlte es nur an Kraft. Technisch ihrer Gegnerin überlegen, werden wir an der Kraft arbeiten. Mia hingegen hatte Probleme mit einer früheren Verletzung und gab den Kampf sicherheitshalber lieber auf. Silber für beide, da sich kein anderes Mädchen in ihrem Gewicht herangetraut hat.

Robin Kluckow, der 2 Wochen nach der Landesmeisterschaft Brandenburg bei der Deutschen Meisterschaft vertreten wird, hatte hier ein leichtes Spiel. Mit dem ersten Kampf als schwersten Kampf, stieg er mit 12 zu 1 Überlegenheit ein, die er sich mit Beinangriffen sicherte. Die weiteren Kämpfe sahen alle gleich aus. Robin stellt eine Falle, geht in die Beine, bringt den Gegner auf den Bauch und dreht ihn mit einer Technik auf den Rücken. Gold für unseren Sportschüler.

Kenan Acziksöz hatte dieses Mal die Rolle des Träumers übernommen. Trotzdem er auch in seinen Kämpfen punktete und einen gewann, war er nicht konzentriert genug, um mehr zu holen. Mehr eifer im Training und Fokus stehen auf dem Plan, dann ist auch mehr als Platz 4 drinnen.

Friedrich Freuer wurde dieses Turnier von schlechten Schiedsrichterentscheidungen verfolgt. Direkt im ersten Kampf rannte sein Gegner die vollen 4 Minuten vor ihm weg. Das darf im Ringen eigentlich nicht ungestraft bleiben und wird mit Punkten für den anderen bewertet, dies aber leider nicht hier durch die noch jungen Schiedsrichter. So verlor er den Kampf durch einen Fehler am Anfang und mit keiner Chance wieder heranzukommen. Die nächsten 2 Kämpfe standen an, Friedrich sprang beim ersten in die Beine und schulterte seinen Gegner direkt danach, beim zweiten patzte er nach seiner Führung leider und entkam den Schultern nicht mehr. Dann stand der Gegner aus Kampf 1 wieder vor ihm und es ging um Platz 3. Dieses Mal wusste Friedrich besser damit umzugehen und zwang ihn bis zur Zone und sprang in die Beine. Meistens hob er ihn aus oder der Gegner schaffte es zu kontern, sodass es nach ein paar fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen und 40 Sekunden auf der Uhr 2 Punkte Vorsprung gegen Friedrich stand. Aber Friedrich gab nicht auf und gab alles, sprang gegen die Deckung des Gegners in die Beine und schaffte, um diesen herum 2 Punkte zu holen. 17 Sekunden auf der Uhr und sein Gegner startete den ersten Angriff des Turniers und Friedrich konterte, hob ihn aus und warf ihn über sich. Doch der Schiedsrichter sah das anders und bewertete es als Angriff des Gegners mit Wertung 4 zu 2 Punkten und die Niederlage für Friedrich. So viel Pech hat man immerhin nicht zweimal. Platz 4 für ihn.

Mit 3 Landesmeistern, 3 Silbermedaillen, 3 Bronzenen und 6-mal knapp an der Medaille vorbei geschossenen Platzierungen haben wir als viertbester Verein im Land Brandenburg durchgesetzt! Vor uns auf dem Treppchen nur noch beide Sportschulvereine und der RC Germania Potsdam, welcher selbst in der Regionalliga antritt. Eine starke Leistung und tolle Belohnung unserer Ringer und Ringerinnen. So nahm das Spektakel in Dallgow-Döberitz auch für den TSV einen überaus runden Abschluss.

Ingo Köhler