Ringer des TSV Falkensee zum ersten Mal in Schweden!
Ein gelungener Einstieg auf die internationale Bühne!
Am 2. Oktober 2026 ging es für unseren neuen Sportschüler der Sportschule Luckenwalde nach Schweden zum „Öresundstraffen” in Helsingborg. Das internationale Turnier wurde vom 03.–04.10. unter 645 Ringern und Ringerinnen aus 6 verschiedenen Ländern an zwei Tagen ausgetragen. Und unser Jan war mittendrin.
Nach dem intensiveren Training an der Sportschule ging es für ihn nach langer Zeit wieder auf die Matte und das im griechischen Stil. Eine kleine Umstellung also in der anderen Stilart, in der man die Beine des Gegners nicht angreifen darf.
Jan startete in der Gewichtsklasse bis 38 Kg der U13 und traf dort auf 7 Kontrahenten aus anderen Ländern. Ihn erwarteten interessante Kämpfe, neue Griffe, Techniken und auch Kampfweisen standen ihm bevor. Er konnte es kaum erwarten.
Während seine Vereinskameraden und Heimtrainer zu Hause auf der Couch mitfieberten, ging Jan bei Nummer 158 zum ersten Kampf auf die Matte. Wie es jedem bei seinem ersten großen Turnier geht, war auch Jan sehr aufgeregt. Und wie es dann eben so ist, ließ er sich schnell überrumpeln. So nutzte sein Gegner den Vorteil direkt aus, machte einen Rumreißer am Arm, kam hinter Jan und warf ihn mit einem Wurf über die Brust. Auch nach dem Landen kam Jan nicht mehr aus der festen Fassart des Gegners heraus, wurde mehrmals gerollt und verlor direkt. Seine erste große Turnierangst war abgehakt. Das passiert kein zweites Mal.
Kampf Nummer 2 ließ lange auf sich warten und Jan konnte erst bei Kampf Nummer 347 wieder auf die Matte. Jetzt war Jan an der Reihe und wollte loslegen. Sein Gegner begann direkt mit Druck auf den Kopf und wollte Jan in der Kopfklammer fangen, indem er Kopf und Arm gemeinsam zwischen seine eigenen Arme klemmte. Doch Jan bemerkte den Angriff früh, nutzte die Bewegung des Gegners aus, tauchte darunter und griff mit beiden Armen um die Hüfte. Sein Gegner ließ überrascht los und fiel Richtung Bauch. Jan wollte ihn aber in Richtung Rücken haben, zog ihn kurz wieder zurück und schob ihn in die andere Richtung. Nach 20 Sekunden gelang ihm das auch und er erhielt zwei Punkte. Dort setzte er zum Hammerlock an, wobei leider der Arm des Gegners herausrutschte und der Griff wegen Gefährdung abgepfiffen wurde.
Im Stand ging es weiter. Gut eine Minute lang kämpften beide um die Fassart, die sie beide doppelt gefasst hatten. Jan steckte wie im Freistil seinen Kopf durch, rutschte dadurch aber im griechisch-römischen Stil in den Kopfhüftschwung. Sein Gegner warf natürlich direkt und Jan Kämpfte die letzen 11 Sekunden dagegen auf den Rücken gelegt zu werden, und konnte das aber dank seiner Verlagerung verhindern.
In der zweiten Runde lag Jan mit 2:4 zurück. Er musste sich etwas einfallen lassen. So dachte man jedenfalls, aber er wartete mit seiner stabilen Kampfstellung einfach auf den Gegner, der ziemlich hibbelig Jan angriff und ihn wieder am Kopf anriss. Logischerweise tauchte Jan noch einmal an die Hüfte, sodass sich sein Gegner schnell unter ihm befand. Zwei Punkte für Jan. Jetzt wurde weitergearbeitet und er rollte den Gegner direkt mit einer Brustquetsche und schob noch einmal nach. Auch wenn der Schiedsrichter hier zwei plus zwei Punkte anzeigte, fehlte eine davon leider im Ergebnis. Jan rutschte beim Griff heraus und der Gegner rollte an seinem Kopf vorbei, wodurch Jan zwei Punkte verlor, aber wieder herauskam und so zwei Punkte holte.
Nach diesem Abtausch, der außerhalb der Mattenzone endete, stand es 10:6. Nach dem erneuten Start in der Mitte sicherte sich Jan eine gute Position, griff den Arm des Gegners und wartete auf einen Fehler. Dieser kam relativ schnell, als sein Gegner zu Jans Kopf griff. Jan schlüpfte unter dessen Arm durch und kam hinter diesen. Runtergedrückt auf den Boden saß die Brustquetsche wieder und Jan drehte seinen erschöpften Gegner auf die Schultern. Ein Punktestand von 12:6 und ein Schultersieg lassen sich doch sehen.
Am zweiten Tag sollte es in den letzten Poolkampf gehen, doch sein Gegner war nicht mehr in der Halle. Er hatte sich im Kampf am Vortag verletzt. Somit rückte Jan direkt ins Halbfinale vor. Gleich nachdem er seinem Gegner die Hand gegeben hatte, griff dieser an. Für seine Stilart untypisch schob dieser mit dem Kopf, fasste Jans Arm mit beiden Händen und schleuderte ihn damit. Im nächsten Schritt war er Jan einfach noch etwas voraus, da Jan sich bisher kaum gegen die Rolle verteidigen musste. So wurde er leider bis zum Stand von 10:0 über siene Schultern durchgerollt und der Kampf war zu Ende.
Im kleinen Finale freute sich Jan schon auf das Re-Match mit seinem ersten Gegner. Leider muss das wohl auf die Zukunft verlegt werden, denn auch dieser hatte sich verletzt und nahm Jan so die Chance.
Trotzdem grinste Jan über beide Ohren, als er den dritten Platz entgegennahm. Bei einem so starken Turnier so weit zu kommen, ist eine saubere Leistung. Jetzt stand nur noch die Bootsparty zurück in die Heimat an.
Ingo Köhler