TSV Ringerfalken beim Havelcup in der Nachbarstadt Hennigsdorf
Hohes Niveau bei diesem dritten Havelcup bei Stahl Hennigsdorf
Wie jedes Jahr folgten unsere Ringer der Einladung des Vereins Stahl Hennigsdorf zu dessen jährlichem Havelcup in Hennigsdorf. So mischten sich unsere Falkenseer Kämpfer am 10. Oktober unter die 146 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus 19 geladenen Vereinen. Neun unserer Ringer standen dieses Mal in den Startlöchern. Wider Erwarten unserer Erfahrung aus den letzten Jahren sah die Konkurrenz dieses Mal extrem stark aus.
Den Anfang machte unser Maxim Schatz in der Gewichtsklasse bis 28 kg der U10. Er strotzte nur so vor Willenskraft, als er auf die Matte ging, und wollte seinem Gegner keine Chance lassen. Nach über drei Minuten folgten fünf Bilderbuchbeinangriffe unseres jungen Kämpfers und ein Sieg mit 12:0 Punkten. So kann es weitergehen!
Das dachte sich auch Maxim im nächsten Kampf. Da er im letzten Kampf nicht verteidigen musste, patzte er jedoch zu Beginn bei seiner Abwehr und geriet unglücklich in die gefährliche Lage, fast auf die Schultern. Ein Entkommen war für ihn nicht mehr möglich.
Kampf Nummer drei stand bevor und er war ein harter Brocken. Maxim war in diesem Duell der aktivere Kämpfer und sprang immer wieder,fünfmal an der Zahl, in die Beine des Kontrahenten, schaffte es aber nicht, dessen Abwehr zu brechen. Normalerweise würde der passive, defensive Gegner für sein Verhalten irgendwann eine Verwarnung und Punktabzug erhalten, was hier dank der noch jungen Schiedsrichter nicht der Fall war. So konterte sein Gegner ihm beim letzten Mal aus und führte 2:0 gegen Maxim bei noch 20 Sekunden Kampfzeit auf der Uhr. Als Maxim vor dem letzten Anpfiff von seinem Trainer erfuhr, dass er nur noch Zeit für einen Angriff hatte, spannte er förmlich alle Muskeln in seinem Körper an und schien fünf Zentimeter zu wachsen. Dann sprang er direkt in die Beine und begann, links um den Gegner herumzulaufen. Beide drehten sich im Kreis, denn wer schneller ist, gewinnt das Duell. Aber Maxim wollte unbedingt gewinnen. In den letzten fünf Sekunden schaffte er es endlich, herumzukommen und hinten an den Gegner. 2:2 und mit der letzten Wertung gewann Maxim das Duell. Sau stark!
Zufrieden mit sich selbst, aber auch ziemlich erschöpft, stand Maxim nach den letzten beiden Kämpfen, in denen er noch zu starken Gegnern gegenüberstand, nun vor der Tatsache, dass er an seiner Abwehr arbeiten muss. Der Angriff passt ja schon. Platz 6 von 11 für ihn. Eine tolle Leistung.
Für Anton Kroehnert war es eines der ersten richtigen Turniere, bei dem er vor allem lernen wollte. Trotzdem ließ er sich von seinen Konkurrenten in der U12 bis 32 kg nicht einschüchtern. Der erste Kampf war nicht einfach. Sein Gegner beherrschte einige Techniken mehr als Anton und rollte ihn mehrmals durch, bis es 10:0 stand. Kampf Nummer 2 war ein ganz anderes Schriftstück. Keineswegs demotiviert schnappte sich Anton seinen Gegner. Nachdem dieser zwei Punkte erhaschen konnte, schnappte sich Anton ihn und warf ihn mit einem schönen Wurf auf die Schultern. Der kam ihm nicht mehr davon. Im letzten Kampf ließ er sich noch überraschen und landete direkt auf den Schultern. Ein ganz normaler Anfängerfehler, der jedem von uns mal passiert ist. Er erreichte den 4. Platz von 9 und das Trainerteam ist sehr stolz und mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Eine ähnliche Erfahrung sammelten die jungen Kollegen Rasmus Vollbrecht und Marc Bär. Sie haben noch wenig Erfahrung und waren fast zum ersten Mal bei einem offiziellen Turnier dabei, schlugen sich aber solide. Marc hatte sehr mit seiner Konkurrenz zu kämpfen und wird beim nächsten Mal entschlossener auf die Matte gehen. Auch Rasmus musste sich seinen Gegnern schnell geschlagen geben. Ihnen beiden fehlt noch die Erfahrung. Nur gegen Marc konnte er im Vereinsduell einen Sieg erringen. Das brachte Rasmus auf den 5. Platz in der Gewichtsklasse bis 26 kg und Marc auf den 6. Platz.
Unsere älteren Hasen dagegen hatten dieses Mal mit etwas anderem zu ringen. Friedrich Freuer aus der U12 wurde vom Schiedsrichter gleich zwei Mal betrogen. Natürlich kann man sagen, dass die Schiedsrichter noch jung sind und Fehler machen. Aber es war auch kein erfahrener Schiedsrichter da, der die jungen Kollegen korrigiert hat. Nach einer soliden Führung im ersten Kampf kam Friedrich nahe seiner Schultern auf dem Boden auf. Er musste nur 15 Sekunden aushalten, doch der Schiedsrichter klatschte einfach ab, obwohl Friedrich nicht einmal mit den Schultern die Matte berührt hatte. Auch Kampf 2 entsprang genau der gleichen Handschrift. 6:0 für Friedrich, sein Rücken riecht nur nach Matte und der Schiedsrichter erklärt den Kampf für beendet. Sehr schade und man kann nur hoffen, dass sich das in Zukunft ändert.
Jan Kahr kämpfte sich nach einer langen verletzungsbedingten Pause zurück ins Werttkampfringen. Leider reagierte er im ersten Kampf zu langsam, was diesen kurz machte. Im zweiten Kampf führte er kontrolliert und hatte 4 Punkte Vorsprung, war dann aber nicht auf den Konter vorbereitet. Hier haben ihm die Nerven den Kampf verloren, aber das kommt wieder. Einfach dranbleiben!
Auch Danial Dzhalmalutdinov hatte bei seinem zweiten Turnier in der Altersklasse U12 zu kämpfen. Im ersten Kampf kam er einige Male mit einem sauberen Beinangriff durch und holte sich Punkte. Seine Abwehr saß jedoch noch nicht so richtig, weshalb er den Kampf mit 11:4 nach Punkten verlor. Auch im zweiten Kampf fehlte ihm noch etwas Kraft und Technik, um die Beinangriffe abzuwehren. Wir arbeiten daran, aber es sieht vielversprechend aus. 3. Platz für ihn.
In der Gewichtsklasse bis 52 kg ging unser Starter Robin Kluckow in der U14 auf die Matte. Er kannte beide Gegner schon gut und wusste um deren Schwächen, die er gezielt ausnutzte. Schnelle, präzise Beinangriffe brachten ihm in beiden Kämpfen einen 10:0 Sieg und die Goldmedaille ein. Saubere Leistung, aber man darf nie nachlässig werden, war die Botschaft des Trainers.
Die intensivsten Kämpfe musste Leonard Klein in der Gewichtsklasse bis 30 kg der Altersklasse U10 bestreiten. Gleich der erste Kampf war ein Publikumsmagnet. Er stand solide in der Abwehr, überraschte den Gegner mit einem Konter des Beinangriffs und kippte diesen drei Mal auf den Rücken. Damit holte er sich eine starke 6:0-Führung. Sein Kontrahent war jedoch ein kleiner Fuchs, stellte seine Kampfstellung um und griff, während er ein Handgelenk hielt, die Beine von Leonard an. So hatte Leonard keinen Arm mehr zum direkten Abwehren und der Gegner kam durch und rollte ihn mit der Spindel (verknoteten Beinen) immer wieder über den Rücken. 6:8 zeigte die Anzeige. Auch nach der Pause hatte Leonard noch keine Antwort auf diesen Angriff parat und musste sechs weitere Punkte abgeben. Jetzt musste er selbst ran, holte sich mit einem schnellen doppelten Beinangriff zwei Punkte. Mit deutlich mehr Kraft, aber ohne Zeit auf der Uhr, musste Leonard diesen Kampf abgeben.
Auch Kampf Nummer zwei ließ die Halle mitfiebern. Ein Gegner, den er sonst immer besiegt hat, kam mit einer neuen Technik vorbereitet. Er sprang direkt nur für das linke Bein von Leonard und holte sich im folgenden Angriff sechs Punkte. Dann zwang Leonard ihn aber in eine für ihn bessere Kampfstellung und hob ihn mit einem doppelten Beinangriff aus. Zwei Punkte für ihn und wieder diese enge Kampfstellung erarbeiten und noch einmal das Gleiche mit einer Vier-Punktbelohnung für ihn. Auch sein Gegner fand noch einmal das linke Bein und machte vier Punkte, aber als Leonard wiederholt durch dessen Abwehr brach, verlor sein Gegner die Nerven und sprang unüberlegt in Leonards Konter hinein. Einen kühlen Kopf zu bewahren, sicherte ihm hier den Sieg nach Punkten. Im letzten Kampf um Platz 3 hatte er einen leichten Gegner, der ihm lag. Mit einem Beinangriff und mehreren Schrubbern verknotete Leonard die Beine seines Gegners und rollte ihn über den Rücken. Platz 3 für ihn.
Ein wenig überrascht vom starken Turnierlevel, aber zufrieden, fahren die Falkenseer nach Hause. Jetzt ist ganz klar, woran gearbeitet werden muss.
Ingo Köhler