Rundflüge der Ringerfalken über Wittenberge und darüber hinaus
1x Gold, 1x Silber und 2x Bronze von Falkenseer Ringerfalken erbeutet!!
Unbeeindruckt vom dichten Eisnebel über den Havelländer Feldern und Auen, machten sich die Ringerfalken am Samstag auf in den Norden Brandenburgs. Es ging wieder zum Traditionsturnier nach Wittenberge welches, wie in jedem Jahr, fester Bestandteil des Turnierplans der Falken ist. Die Prignitzer begrüßten ca. 150 Ringerinnen und Ringer der 6–12-Jährigen von 14 Vereinen aus Berlin, Brandenburg und Polen zu einem technisch hochklassigen Turnier. Der TSV Falkensee ist mit 9 Startern angereist.
Jüngster Starter für den TSV Falkensee war diesmal Kenan Aciksöz im 30 Kg Limit der U8.
Er ließ es noch sehr zögerlich angehen und fand nicht den Mut zu eignen Angriffen. Das nutzten beide Gegnerinnen aus und er musste sich mit Platz 7 begnügen.
Entschlossener ging es unser leichtester Starter der D-Jugend, Elias Teske im 27kg Limit an. Mit schnellen Beinangriffen punktete er gegen seinen ersten Kontrahenten zum technisch überlegenen Sieg. Sein zweiter, ihm bereits gut vertrauter Gegner hatte diesmal die Nase vorn und schulterte Ihn, nachdem er Elias‘ ungestüme Angriffe allesamt konterte. Hier zeigte sich mal wieder, saubere Ausführung ist das Wichtigste. Silber für Elias.
Unter den 13 Teilnehmern in sehr stark besetzten 29kg Limit fanden sich gleich 3 Falken.
Paulina Freimund, Karl-Heinz Rossi und Leonard Klein hatten den Blick fest auf die Medaillen gerichtet. Paulina startete stark ins Turnier und schulterte Ihren ersten Gegner noch in der ersten Runde mit einem schönen Kopfhüftschwung. Den zweiten besiegte sie technisch überlegen, indem sie ihn mit der Zange wieder und wieder ankippte. Gegner Nummer 3 ließ ihr keine Chance und rollte sie mit der Beinschraube bis zum Sieg. Danach hieß es erstmal abwarten. Entweder Karl-Heinz oder Leonard, einer Ihrer Teamkameraden, die beide zu den Favoriten in diesem Turnier zählten, würde je nach Ausgang ihrer jeweils nächsten Kämpfe, der nächste Gegner werden. Es wurde Karl-Heinz, der sich auf die großgewachsene Paulina erst einstellen musste, diese aber schließlich nach einem abgebrochenen Kopfhüftschwung schulterte. Vor Ihrem letzten Gegner zeigte sie unnötig viel Respekt und griff kaum selbst an. Schade, denn hier wäre nochmal ein Sieg drin gewesen. Immerhin Platz 6 für Paulina.
Bei Karl-Heinz wechselten sich Licht und Schatten ab. 3 seiner Gegner besiegte er technisch überlegen oder als Schultersieger. Zweien, darunter Trainingspartner Leonard Klein musste er sich technisch unterlegen geschlagen geben. Mit sauberen Techniken wäre ein Platz auf dem Treppchen möglich gewesen. Platz 4 am Ende für Ihn.
Auch Leonard Klein zeigte zwar maximale Entschlossenheit, führte seine Angriffe aber teils auch nicht sauber aus oder versuchte sich an Techniken, die zwar, wenn sie denn klappen, cool anzusehen sind aber selten Wirkung zeigen. Auch er sollte sich auf das im Training Gelernte besinnen, dann wäre der eine vergebene Kampf vielleicht doch zu gewinnen gewesen. Immerhin 4 aus sage und schreibe 5 Kämpfen beendete er als Schultersieger oder technisch überlegen. Schlussendlich verdient Bronze für Leonard.
Levi Ehlert ging diesmal im 33kg Limit der U10 für den TSV an den Start. Im ersten Kampf stand er ein wenig zu aufrecht, reagierte auf den zackig ausgeführten Beinangriff zu spät. Sein Gegner nutze die Oberlage zur Spindel und rollte Levi mehrmals bis zur technischen Überlegenheit. Energischer griff er im zweiten Kampf seinen Gegner an. Mit einem Durchschlüpfer und Überführung in die Bodenlage holte er die ersten Punkte. Mit einem anschließenden Beinangriff schickte er seinen Gegner in die gefährliche Lage und schulterte Ihn anschließend. Eine aktive Beinabwehr hätte im dritten Kampf die schlecht ausgeführten Beinangriffe des Gegners abgewehrt, in deren Folge Levi geschultert wurde. Mit mehr Konzentration und technisch sauberer Ausführung wäre auch hier ein Sieg möglich gewesen. Silber also für Levi.
Paul Hagen startete zunächst gut ins Turnier und zeigte, das er seine Hausaufgaben gemacht hat. Hatte er 2 Wochen vorher noch Schwierigkeiten gegen die langen Arme des einen Kopf größeren Gegners, so streifte er diese diesmal schon routiniert ab und ließ sich in seiner Strategie, eine Serie von Durchschlüpfern zur Bodenlage, nicht aufhalten und gewann technisch überlegen. Beim nächsten Kampf bereitete er seine Angriffe nicht gut genug vor und konnte diese deshalb nicht abschließen. Auch die Beinabwehr war nicht sauber genug, sodass sein eigentlich machbarer Gegner den Sieg davontrug. Bei den letzten beiden Kämpfen lief es ähnlich. Mit schnellen Beinangriffen in die Oberlage, punkteten sich beide, schon ein wenig erfahrenere Gegner zum Sieg. Platz 4 für Paul.
Charlotte Rossi, welche im 38kg Limit der weiblichen Schülerinnen für den TSV startete, ließ sich von den ungestümen Aktionen Ihrer Gegnerin nicht beirren und konterte sie in die Bodenlage. Im anschließenden Standkampf nutzte Charlotte den Ansturm der Gegnerin zum Kopfhüftschwung und schulterte sie. Den späteren Rückkampf – bei 2 Teilnehmerinnen waren 2 Siege nötig- gewann Charlotte ebenfalls durch einen schwungvollen Kopfhüftschwung, der direkt zum Schultersieg führte. So gewann sie nicht nur die Goldmedaille, sondern auch den Titel und Pokal als beste Ringerin Ihrer Altersklasse, den sie sich auch schon im Vorjahr sichern konnte.
In derselben Gewichtsklasse der gleichalterigen Jungen ging Jan Kahrl an den Start. Sein gewohnter eng gefasster Kampfstil wurde Jans erstem Gegner leider nicht gefährlich. Dieser adaptierte schnell, entwickelte daraus die Kopfklammer und beherrschte Jan ohne Möglichkeit zu entkommen. Als er dann doch die Flucht nach vorn antrat, übernahm Jans Gegner den Schwung zu einem Hüftwurf mit anschließendem Schultersieg. Im zweiten Kampf lag Jan in Führung nach Punkten, als der Kontrahent zwar im Boden aber noch nicht sicher in die Bauchlage überführt, kurzerhand von vorn zum Dietrich, quasi dem seitenverkehrten Armhebel griff und Jan schulterte. Das bedeutete leider das vorzeitige Aus für Jan.
Zeitgleich fand in Lübtheen (MV) das alljährliche Frühjahrsturnier im freien Stil statt, ebenfalls mit internationaler Beteiligung. Einziger Starter des TSV war natürlich Robin Kluckow in seinem mittlerweile fest angestammten 48kg Limit der U14. Der Falke aus der Gartenstadt fackelte nicht lange mit seinen ersten beiden Gegnern und beförderte sie jeweils per Beinangriff in die Bodenlage und sammelte mit mehreren Rollen und Kippen die Punkte zum technisch überlegenen Sieg, noch in der ersten Minute. Gegner 3 war eine ziemlich harte Nuss und ein alter Bekannter, der Robins Angriffe geschickt kontern und zu 2 Würfen und anschließender Rolle übernehmen konnte und siegte. Im Kampf um Platz 3 punktete Robin zunächst mit einigen Beinangriffen in die Oberlage zum Stand von 8 zu 2 zur Pause. Gleich zu Beginn der zweiten Runde hob er seinen Gegner mit dem Doppelten Beinausheber zunächst komplett ab und schickte ihn umgegriffen zum Wurf über die Brust, direkt in die gefährliche Lage. Bei dieser Situation wird trotz bestehender technischer Überlegenheit, noch ein möglicher Schultersieg abgewartet. Sie, geneigte Leser ahnen es bestimmt, Robin machte auch diesen noch perfekt und gewann Bronze.
Fazit, ein gelungenes Turnier mit einigen Erfolgen, welches auch neue Trainingsziele aufgab. Es zeigte einmal mehr das konsequente Beinabwehr und das Anwenden der echten, ausgebildeten Bodengriffe für Einige, der Schlüssel zum Erfolg gewesen wäre.
Von Marco Köhler