Offenen Berliner Meisterschaften (BEM) 2026 U12/U14 in Berlin: TSV Falkensee trifft auf internationale Konkurrenz
Stark besetzte Berliner Einzelmeisterschaften mit internationaler Konkurrenz
Am 21.02. ging es für den TSV Falkensee nach Berlin zur BEM der Altersklassen U12 und U14. Mit 126 Teilnehmern auf drei Matten und internationaler Beteiligung aus Spanien (mit Training in der Ringerhochburg USA) und Finnland war das Turnier stark besetzt. Für unsere Sportler stand dabei nicht nur das Ergebnis im Vordergrund, sondern vor allem die Umsetzung der Trainingsschwerpunkte der letzten Wochen.
Der TSV startete in das Turnier nach einer ausgefeilten Trainingskonzentration auf Beinangriffe und Abwehr. Gerade unsere U12er Jan Kahr und Friedrich Freuer hatten pausenlos an ihren Angriffen gearbeitet und wollten dies auch beweisen.
Jan Kahr: Harte Lektionen und starke Reaktion
So startete Jan Kahr in der Gewichtsklasse bis 36 kg in das Turnier. Voller Kampfeswillen und Vorfreude stand er freudig vor dem Schiedsrichter, als er für seinen ersten Kampf des Tages aufgerufen wurde. Und dann wurden seine Augen groß, als sein Gegner mit einem USA-Trikot auf ihn zukam.
So lernte Jan dieses Mal gleich eine wichtige Lektion: Ein anderes Land oder eine andere Kultur sollte einem nichts ausmachen oder daran ändern, wie man an einen Kampf rangeht, auch wenn der Gegner vielleicht mehr Erfahrung hat.
Doch ohne eine solche Erfahrung zuvor gemacht zu haben, legte Jan zu viel Ehrfurcht an den Tag. Er startete in den Kampf, verbesserte seine Kampfstellung nach und nach, aber griff nicht an. Und wenn man den Kampfstil der Amerikaner schon kennt, dann weiß man auch, dass diese keine Pause im Angriff machen. So legte sein Gegenüber auch los und nach dem dritten Mal Winden und Wegkommen schaffte es Jan nicht mehr mitzuhalten und ließ sich schnell schultern. Das hätte ein weitaus knapperer Kampf werden können, aber Lektion gelernt.
Bei seinem zweiten Gegner sah das alles ganz anders aus. Sauber angefangen, sauber weitergemacht, sauber beendet. Immer wieder Kampfstellung sicher, dann den Gegner zu den eigenen Beinen täuschen, den Kopf und Arm schnüren und punkten. Nach und nach, bis er gewonnen hatte.
Im dritten Kampf hat Jan gepatzt. Mehr kann man nicht sagen. Einmal nicht beim Beinangriff aufgepasst und im Boden zu spät die Spindel abgewehrt. Dann durchgerollt und Jan hatte leider schon verloren. So geht es jedem mal. Das hat er sich bestimmt gemerkt.
Kampf Nummer 4 machte die Achterbahn komplett. Hier stand wieder ein wacher, selbstsicherer Jan, der seinen Gegner sauber von oben am Kopf und am Arm schnürte. Dann runter mit ihm in den Boden, rum zur Brustquetsche und auf die Schultern mit ihm. Klasse Ding. Platz 5 für Jan.
Friedrich Freuer: Starker Auftakt, wertvolle Erfahrungen
Friedrich Freuer hingegen ließ sich im ersten Kampf nicht beeindrucken. Als er seinem Gegner in der 44-kg-Klasse gegenüberstand, saß alles, was wir geübt haben: Kampfstellung holen, ablenken, beide Beine schnappen und ausheben.
2 Punkte, noch 2 durch einen Bodengriff und es ging wieder in den Stand. Gleich nochmal. Und noch einmal. Und da hatte Friedrich mit 10 zu 0 schon gewonnen.
Im zweiten Kampf traf Friedrich auf den Bruder von Jans Spanier. Auch ihm schlotterten die Knie ein bisschen zu sehr. Da hätte er auf jeden Fall mehr zeigen können. Er holte sich zwar die bessere Kampfstellung, ging aber zu früh in Richtung Bein. Eine ihm noch unbekannte Abwehrvariante später und Friedrich lag auf dem Rücken.
Im letzten Kampf macht Friedrich eigentlich alles richtig. Er geht nach vorne, holt sich die Fassart, bringt den Gegner runter und ist selbst oben. An dem Punkt steht er viel besser da, dann fängt er an zu schnüren und läuft rum, perfekt so weit.
Doch sein Schnüren war nicht eng genug. Der Gegner kommt raus, kann leicht kontern und holt sich auf ähnliche Weise danach nochmal den Kampf. Platz 7 für ihn, aber ein dickes Lob vom Trainer für seine Tagesleistung.
Robin Kluckow: Knapp an der Medaille vorbei
Robin Kluckow startete in der U14 bis 48 kg. Auch er machte dieses Mal eine neue Erfahrung und das gleich im ersten Kampf.
Er dominierte den Kampf von Anfang an, nahm hier 2 Punkte mit und da 2 Punkte. Im Boden probierte er 3 Griffe aus und konnte sich nicht so richtig entscheiden. Er war seinem Gegner immer zwei Schritte voraus und das wusste er auch.
Und so kam es, wie es kommen musste. Als Robin seinen Gegner auf den Schultern hatte, entkam dieser sehr, sehr knapp und startete einen Verzweiflungsangriff. Robin nahm diesen zu lässig und wehrte sich zu spät und lag tatsächlich auf den Schultern.
Er lernte dieses Mal, dass man alles ernst nehmen muss und niemand unterschätzt werden sollte. Die Chance auf Gold oder Silber war dahin.
Nach dem unnötigen ersten Verlust war Robin angefressen. Das spürte man auch gleich, denn er hatte keine Lust auf Verteidigen. Hier ein Beinangriff, da eine Finte und riskante Verteidigungen des Gegners hielten den Kampf knapp. Doch Robin hatte die Ausdauer auf seiner Seite und wusste scheinbar, dass er seinen Gegner schultern könnte.
So kam es auch, als der Gegner bei Robins Angriff kräftemäßig nicht gegenhalten konnte. Sieg für Robin und Kampf um Platz 3.
Dieser war der letzte Kampf unserer TSV-Falkensee-Sportler am Kampftag. Robin kannte den Gegner bereits und wusste, das wird schwer. Er startete gut in den Kampf, erarbeitete sich die bessere Stellung und eine passende Chance.
Diese ging nur knapp ohne Punkte aus, als sich der Gegner in letzter Sekunde rauswand. Jetzt griff dieser an. Robin hielt mit und es ging um die Wurst, wer schneller ist.
Am Ende hatte Robin ganz knapp das Nachsehen und sein Gegner brach durch. Auch beim zweiten Angriff war nichts zu machen, er war einfach schneller. Platz 4 für Robin und zurück ins Training und weiterarbeiten.
Starke Erfahrungen gegen internationale Konkurrenz
Pech beim Losen mit 3 von 3 internationalen Sportlern des Turniers als Gegnern. Doch der Trainer sieht das ein bisschen anders.
Solche Erfahrungen jetzt schon einmal gemacht zu haben, ist Gold wert. Gerade der Vergleich mit anderen Ringstilen und Herangehensweisen zeigt, woran noch gearbeitet werden muss und nimmt gleichzeitig die Unsicherheit vor zukünftigen Begegnungen.
Eine Menge gelernt, wichtige Erkenntnisse für das Training gesammelt und ein klares Ziel vor Augen: Beim nächsten Mal treten wir noch selbstbewusster auf und brauchen uns nicht mehr zurückhalten.
Ingo Köhler