Frühjahrsturnier in Lübtheen

Starker Auftritt in Lübtheen bringt Bronze

Robin Kluckow überzeugt mit Kampfgeist und Technik

Am 11.04.2026 machte sich Robin Kluckow, unser TSV Falkensee-Kaderathlet an der Sportschule Frankfurt (Oder), auf den Weg zum Frühjahrsturnier in Lübtheen. Dieses erhielt wie gewohnt viel Aufmerksamkeit und war sehr gut besucht. Dementsprechend konnte sich auch das hohe Niveau sehen lassen.

Nach einer strengen Diät in der letzten Woche und ohne Essen vor der Waage erreichte Robin das Kampfgewicht von 48 kg in der Altersklasse der U14.

Im ersten Kampf stand ihm ein unbekannter Gegner gegenüber. Ganz anders als einige seiner jüngeren Vereinskollegen beim Turnier in Wittenberge am gleichen Tag ließ Robin keine Sekunde verstreichen und agierte von Beginn an offensiv.

Bereits in der ersten Sekunde schoss er doppelt in die Beine, wollte seinen Gegner ausheben und stoppte noch einmal. Er bemerkte, dass sein Gegner kontern wollte und ließ ihm dazu keine Gelegenheit. Nachdem er ihn auf den Bauch gebracht hatte, setzte er zum Schrubber an, kontrollierte die Beine seines Kontrahenten und rollte ihn ein-, zwei- und dreimal durch. 8:0 für Robin und ein weiterer Beinangriff besiegelte das Schicksal seines Gegners.

Auch im zweiten Kampf wollte er unter keinen Umständen ins Schwitzen kommen. Nach einer gekonnten Beinangriffabwehr lief er um seinen Gegner herum, während er dessen Arm abklemmte. abklemmte. Hinter ihm angekommen strich er 2 Punkte ein und sein Kontrahent entschied sich in der Bank zu verteidigen, also auf allen Vieren. Robin nutzte dies kraftvoll aus, umschlang die Hüfte seines Gegners und drehte ihn durch geschicktes Verlagern und Umlaufen auf den Rücken. Es sah beinahe so einfach aus, als würde man einen Kasten von einem Ort zum anderen tragen. Dies wiederholte Robin mehrfach, bis sein Gegner beim Stand von 8:0 besser dagegenhielt. Ein weiterer Doppelbeinangriff später lag dieser jedoch erneut auf dem Rücken. Endstand 11:0 für Robin.

Im nächsten Kampf ließ sich Robin leider etwas einschüchtern. Ihm stand ein altbekannter, starker Gegner gegenüber und Robin wusste das. So geriet er nach und nach in Rückstand, bis es 4:0 gegen ihn stand. Es folgte ein starker Schlagabtausch initiiert von Robin durch einen Beinangriff den sein Gegner konterte, dessen Konter er konterte, der abermals gekontert wurde. Schließlich standen beide im Stand zum Wurf gefasst, doch Robin zog den Kürzeren: Eine halbe Sekunde zu spät reagiert, wurde er geworfen und verlor nach Punkten. Mit etwas mehr Selbstvertrauen hätte dieser Kampf durchaus anders ausgehen können.

Damit stand Robin im kleinen Finale. Sein Gegner war ein größerer, langer Athlet, der seine Reichweite ausnutzen wollte. Oder das dachte Robin jedenfalls am Anfang. So sah er den doppelten Beinangriff seines Kontrahenten zu spät und gab 2 Punkte ab, kämpfte sich aber vom Rücken wieder auf den Bauch und weiter in die Bankstellung Sein Gegner setzte zum Halbnelson an, bei dem er in den Nacken von Robin fasste und probierte den Arm hochzuhebeln und dann zu drehen. Robin hatte den Griff aber oft genug abgewehrt und ließ das nicht zu.  Er nutzte den Druck seines Gegners geschickt aus, brachte ihn aus dem Gleichgewicht und kam selbst wieder vor ihn statt darunter. Gleich darauf schob er sich in die Beine und holte 2 Punkte da sein Gegner auf den Rücken landete. Dieser landete außerhalb des Kreises, weshalb es in der Mitte weiter ging.

Es entwickelte sich der erwartete Kampf zwischen Lang und Stark: Beinangriffe auf beiden Seiten. Robin täuschte an, sprang in die Beine und sein Gegner wich zurück. Jetzt kam es darauf an, wer mehr Biss hat und davon hatte Robin reichlich. Durch konsequente Beinangriffe sicherte er sich mehrfach Punkte. Zur Pause stand es 8:2 für ihn.

Runde 2 und Robin führte mit 8:2 nur vorsichtig bleiben dachte sein Trainer. Das Ding langsam nach Hause bringen. Aber das war nicht, was Robin vorhatte. Im richtigen Moment tauchte er erneut ab, kam tief an die Beine seines Gegners und hob ihn wie eine zappelnde Langhantel an. Zwar konnte dieser sich zunächst stabilisieren, doch Robin reagierte schnell, wechselte seitlich um den Gegner, griff um den Oberkörper und setzte zum Wurf an. Der Wurf wirkte zunächst ungewöhnlich, als wollte er sich selbst rückwärts auf den Kopf fallen lassen, doch in der Luft zog Robin seine Beine nach und machte einen Überschlag und landete auf dem Rücken seines. Vier Punkte und damit der Sieg, sowie ein sehr schöner Wurf über die Brust, einer der schwierigsten Griffe im Ringkampf.

Reifen Leistung von unserem Robin und nur ein bisschen mehr zu Gold. Doch auch die Bronzemedaille kann sich mehr als sehen lassen.

Ingo Köhler